Lange auf Bauernhöfe beschränkt, halten Hühner zunehmend als Heimtiere Einzug in die Gärten. Anhänglich, neugierig und im Gemüsegarten nützlich, bleiben sie dennoch soziale Tiere mit genauen Bedürfnissen — und ihre Haltung ist gesetzlich geregelt, selbst bei wenigen Tieren. Ein gut gehaltenes Huhn kann bis zu etwa zehn Jahre alt werden.
Eine Gruppe, niemals ein einzelnes Huhn
Hühner leben in der Gruppe: Es braucht mindestens drei. Ein isoliertes Huhn langweilt sich und entwickelt Verhaltensstörungen. Die Rangordnung (« Hackordnung ») ist normal; sie beruhigt sich, wenn jedes Tier über genügend Platz, mehrere Futter- und Wasserstellen sowie Rückzugszonen verfügt.
Der Hühnerstall und das Gehege
- Platz für die natürlichen Verhaltensweisen : Scharren, Picken, mit den Flügeln schlagen und Staubbäder nehmen. Sehen Sie eine Fläche aus Sand oder trockener Erde für diese Bäder vor, die gegen äussere Parasiten unerlässlich sind.
- Ein Zugang nach draussen wird dringend empfohlen; das Gehege muss eingezäunt und eingegraben sein, um die Hühner vor Fressfeinden zu schützen, allen voran dem Fuchs.
- Erhöhte Sitzstangen (obligatorisch) zum Schlafen und um sich in Sicherheit zu bringen, an die Grösse der Tiere angepasst.
- Legenester im Dunkeln und an einem ruhigen Ort, mit Einstreu ausgelegt, damit die Hühner ungestört legen können.
- Eine Einstreu locker und trocken (5 bis 10 cm) auf einem rutschfesten Boden, sauber gehalten, um Parasiten und Fussproblemen vorzubeugen.
- Licht : Der Hühnerstall muss Tageslicht erhalten (mindestens ~5 Lux tagsüber, die Helligkeit zum Lesen einer Zeitung); die künstliche Beleuchtung darf den Tag nicht über 16 Stunden hinaus verlängern.
⚠️ Vorsicht bei handelsüblichen Hühnerställen : Viele halten die gesetzlichen Mindestmasse nicht ein. Prüfen Sie, für wie viele Tiere sie tatsächlich vorgesehen sind.
Ernährung
Hühner sind Allesfresser, aber nicht alles ist für sie geeignet. Grundlage muss ein Alleinfutter für Hühner (Mehl oder Pellets) sein, das alle Bedürfnisse abdeckt: Getreide, pflanzliches Eiweiss, Mineralstoffe und Vitamine. Man kann es mit etwas Getreide zum Picken am Boden ergänzen. Frisches Wasser muss ständig verfügbar sein.
Zu vermeiden: Fleisch, Brot, Teigwaren, Kartoffeln und, allgemeiner, Essensreste.
Verhalten und Beschäftigung
Ohne Beschäftigung begünstigt die Langeweile das Federpicken und den Kannibalismus. Bieten Sie ständig etwas zur Beschäftigung: Strohballen, Heunetze, Picksteine, verschiedene Materialien im Wechsel. Eine reichhaltige Umgebung ist die beste Vorbeugung.
Gesundheit: täglich beobachten
Ein gesundes Huhn ist lebhaft, mit unversehrtem Gefieder, Beinen und Fussballen ohne Läsionen. Achten Sie auf das Auftreten von Abgeschlagenheit, aufgeplustertem Gefieder, Absonderung, Durchfall, Lahmheit oder Schwellungen. Die Rote Vogelmilben und andere Parasiten sind häufig: Eine sorgfältige Hygiene des Hühnerstalls ist unerlässlich. Konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihre Tierärztin — in der Praxis betreuen wir Hühner als Heimtiere.
Schweizerischer rechtlicher Rahmen — zu wissen, bevor man loslegt
- Meldepflicht : Jeder Halter von Hühnern, auch von nur wenigen, muss sich bei der kantonalen Koordinationsstelle anmelden. Das ist unerlässlich, um kantonale Koordinationsstelle. Das ist unerlässlich, um im Fall einer Tierseuche (insbesondere Vogelgrippe, teilweise mit Aufstallungspflicht) alarmiert und geschützt zu werden.
- Ausbildung : eine Sachkundebescheinigung kann ab bestimmten Schwellenwerten verlangt werden; ab 10 Hühnern gelten Ausbildungsanforderungen (Landwirte und vor dem 1.9.2008 registrierte Halter sind davon befreit).
- Verbotene Praktiken : Bestimmte Eingriffe sind untersagt (Art. 20 TSchV); die Zucht auf das Wohl beeinträchtigende Merkmale ist verboten.
Die Hühner gut auswählen
Bevorzugen Sie gesundeTiere, indem Sie den Herkunftsbetrieb besuchen. Vermeiden Sie Rassen mit extremen Merkmalen (z. B. stark befiederte Beine), die die Bewegungen einschränken, sowie den Kauf im Ausland.
Weitere Informationen (BLV)
- Merkblatt für die Öffentlichkeit — « Hühner im Recht »
- Fachinformation 10.4 — « Die Haltung von Hühnern als Hobby »
- Empfehlungen zur Vogelgrippe für Hobbyhalter
Häufige Krankheiten
Wie alle Vögel verbirgt das Huhn die Krankheit lange: Wenn die Anzeichen sichtbar werden, ist die Situation oft bereits ernst.
Ein Huhn, das isoliert bleibt, mit aufgeplustertem Gefieder, blassem Kamm, das döst oder nicht mehr frisst, sollte Sie alarmieren. Beim Vogel sind diese unauffälligen Anzeichen oft bereits spät: Man darf nicht warten.
Parasiten sind häufig. Die Roten Vogelmilben sind kleine Parasiten, die nachts stechen und sich tagsüber im Hühnerstall verstecken; sie ermüden die Hühner und können eine Anämie verursachen. Auch Darmwürmer sind häufig. Eine sorgfältige Hygiene des Hühnerstalls und Staubbäder begrenzen diese Probleme.
Die Atemwege können betroffen sein (Schnupfen und andere Atemwegserkrankungen): Niesen, Ausfluss aus Nase oder Augen, geräuschvolle Atmung. Bei der Legehenne kann ein Ei stecken bleiben (erschwerte Eiablage): Das Huhn bleibt kauernd, aufgeplustert, presst ohne Ergebnis. Das ist ein Notfall.
Erinnerung: Die Vogelgrippe unterliegt einer amtlichen Überwachung. Bei ungewöhnlicher Sterblichkeit in der Gruppe benachrichtigen Sie rasch Ihre Tierärztin und beachten Sie die Aufstallungsvorgaben, wenn sie angeordnet werden.
Wann rasch einen Tierarzt aufsuchen isoliertes oder abgeschlagenes Huhn, blasser Kamm, aufgeplustertes Gefieder, Niesen oder Ausfluss, Lahmheit, anhaltender Durchfall, Vorhandensein von Parasiten, längerer Legestopp.
Wann sofort einen Tierarzt aufsuchen erschwerte Atmung (offener Schnabel), niedergeschlagenes Huhn, das die Nahrung verweigert, aufgeplustertes Huhn, das presst, ohne legen zu können, mehrere kranke oder tote Tiere in kurzer Zeit.
Zum Merken beim Vogel ist ein sichtbares Anzeichen oft bereits ein spätes Anzeichen: nicht warten. Ein sauberer Hühnerstall und eine tägliche Beobachtung beugen vielen Problemen vor. Diese Informationen ersetzen keine Konsultation.